Protestbrief / protest letter / lettre ouverte

(English and French version below)

PROTESTBRIEF “STOP BIO KNOBLAUCH ROMANES”

Sehr geehrte InitiatorInnen, KooperationspartnerInnen und UnterstützerInnen des Projekts  “Bio Knoblauch Romanes”,

Sie führen mit Ihrem sogenannten Roma Integration Vorzeigeprojekt institutionelle und strukturelle Gewalt gegen Roma aus.
Das vom österreichischen Verein “European Neighbours” entwickelte Konzept “BIO KNOBLAUCH ROMANES–ein nachhaltiges ökosoziales Zukunftsprojekt für Roma in Europa” geht von rassenanthropologischen Festschreibungen aus und fördert eine koloniale Politik.
Die Idee wurde von Bernd Spiegl des Grazer Vereins zur Förderung von Benachteiligten in Europa, “European-Neighbours”, entwickelt und nicht von Roma selbst. Ihre Forderungen und unterschiedlichen Perspektiven fehlen somit in dem Konzept – es steht in gedanklicher Nähe zu Leibeigenschaft und Zwangsarbeit.

Überdies ist es eine Eingrenzung in der Arbeitspolitik der EU und gleichzeitig auch eine diskriminierende Praxis, denn offenbar wird mit diesem Projekt gezielt eine bestimmte Gruppe von Menschen ausgegrenzt und diskriminiert. Außerdem sind wir der Meinung, dass, wenn das Ziel verfolgt wird, Roma in deren “Heimat” Arbeitsplätze zu schaffen, das Recht auf Bewegungsfreiheit der Roma und das Recht, dort zu leben wo wir wollen, eingeschränkt wird.

“Wir wollen diese Idee fördern, weil es darum geht, den Worten Taten folgen zu lassen. Wir unterstützen mit Bio Knoblauch Romanes die Schaffung von Arbeitsplätzen für Roma in deren Heimat sowie deren Arbeitswilligkeit und Arbeitsfähigkeit. Knoblauch anzubauen ist eine sinnstiftende Tätigkeit – im Vergleich zum unwürdigen Betteln!“, so Dr. Christian Buchmann (Landesrat des Landes Steiermark).

Gegenwärtig sind Roma u. a. das Ziel von Naziaufmärschen und Opfer von Pogromen. Gerade im Hinblick dazu erscheinen uns die Haltungen und Aussagen der InitiatorInnen, KooperationspartnerInnen und UnterstützerInnen des Projekts “Bio Knoblauch Romanes” als sehr unreflektiert. D. h., dass eine Aufarbeitung der Geschichte der Roma und Sinti fehlt, und dass rassistisches Wissen über uns (die Mythen über die Lebensweisen der Roma) nicht reproduziert werden sollte.

Sie nutzen schamlos die derzeitige Lage und Situation von uns Roma aus und missbrauchen Ihre Macht, um uns für Ihr sehr wenig durchdachtes Projekt zu instrumentalisieren. Die Fördersumme von 109.000 Euro wird von den Projektabwicklern missbraucht, ohne dass eine genügende Expertise und Erfahrungen im Bereich der Zusammenarbeit mit Roma für notwendig gehalten werden, und nebenbei ohne das notwendige Know-how der Einpflanzung bis hin zur Pflege und Vermarktung des Bio-Knoblauchs in Europa.

Die Kooperationspartnerin des Projekts Sissi Potzinger, Grazer ÖVP Gemeinderätin, spricht in der Öffentlichkeit von “Familienarbeit” und darf ungesühnt rassistische Klischees über Roma-Kinder reproduzieren und Ihr “Wissen” über Roma aus berühmten Operetten beziehen.
Wir fragen uns, wie das sein kann, dass eine Politikerin und Kooperationspartnerin des Roma-Integration-“Vorzeigeprojekts” ihre pseudowissenschaftlichen Rassentheorien über Roma im 21. Jahrhundert ungefiltert in der Öffentlichkeit propagieren darf. Schockiert sind wir auch, dass dieses Projekt mit dem Obmann des Kulturvereines der österreichischen Roma, Professor Rudolf Sarközi, initiiert worden ist.

“Wir wollen den Menschen helfen” so Sarközi.

Wir finden aber, dass Knoblauchanbau für junge Roma keine ausreichende Zukunftsperspektive ist. Warum wird uns das Recht und die Motivation, um z.B. zu studieren, genommen/-versperrt?

In Berlin-Neukölln werden SchülerInnen “derzeit in besonderen Lerngruppen für Kinder ohne Deutschkenntnisse an der Hermann-von-Helmholtz-Schule, der Walter-Gropius-Schule und der Schule am Zwickauer Damm beschult.
Viele von ihnen bringen aus ihren Heimatländern nicht genügend schulische Vorerfahrung und Sprachkenntnisse mit, um einen regulären Schulabschluss in Deutschland zu erlangen. Insofern ist eine frühe alternative berufliche Perspektivenentwicklung notwendig.”
(BA Neukölln, 13.11.2012)

Es ist empörend, dass für Roma-Jugendliche kein Bewusstsein, keine Verantwortung und Sensibilität sowie Unterstützung besteht.
An den Aussagen lässt sich erkennen, wie wenig Verständnis und Willen zur Unterstützung und Solidarität seitens “European-Neighbours”, deren KooperationspartnerInnen und deren UnterstützerInnen vorhanden ist. Stefan Benedik und Barbara Tiefenbacher (Zeitgeschichte-Institut der Universität Graz) sind der Ansicht, dass mit diesem Projekt eine koloniale Politik gefördert wird. In der eben erwähnten Politik wird von rassenanthropologischen Festschreibungen ausgegangen.
Folglich wird in dem Konzept zum Projekt davon ausgegangen, dass “ZigeunerInnen” weniger intelligent sind als weisse EuropäerInnen, und “ZigeunerInnen” seien erbbiologisch minderwertig. Auf Basis dessen wirbt das Konzept zum Projekt damit, dass diese Ausbildung den Roma zuzumuten sei, auch in “geistiger Hinsicht”.

Abgesehen davon ist allein schon der Name “Bio Knoblauch Romanes” zu lesen als Neuauflage des “Zigeunerschnitzels”. (Colette M. Schmidt/DER STANDARD-Printausgabe, 28.12.2011) Wir finden, dass die Namensgebung eine rassistische Kontinuität/ Tradition der weissen europäischen KolonialwarenhändlerInnen ist.

“Aus postkolonialer Perspektive darf Kolonialismus nicht ausschließlich als abgeschlossene Zeitepoche gesehen werden, was aber im deutsch-weissen Geschichtsverständnis so dargestellt wird. Kolonialismus ist vielmehr an eine andauernde sozial-psychologische Praxis gebunden, Menschen in ihrer Wertigkeit festzulegen, nach willkürlich gewählten/-konstruierten biologischen und kulturellen Merkmalen einzuteilen, sodass einige wenige Weisse über viele “Andere” gestellt werden.” (EDEWA Broschüre, S.56)

In dem Konzept werden rassistische Stereotypen/-Klischees reproduziert, und eine koloniale Politik ist anhaltende Kontinuität.
Wir kritisieren sehr stark, dass sich für dieses ausbeuterische und diskriminierende Projekt Roma-RepräsentantInnen, die Macht haben, wie eben erwähnt, Prof. Sarközi, aber auch Dr. Dipl. Ing. Jan Hero (von “Erio” European Roma Information Office) instrumentalisieren haben lassen.
Da es ein europäisches Modellprojekt ist, beteiligen sich international außer Graz (Österreich) noch folgende Städte: Berlin (Deutschland), Pecs (Ungarn), Banska Bystrica (Slowakei), Koprivnica (Kroatien) und Moldova Noua (Rumänien).

Schockiert sind wir auch über das Zustandekommen und die Durchführung des Projektes in Berlin, Neukölln. Obwohl wir in Berlin leben und aktiv und engagiert für die Rechte der Roma und gegen Antiromaismus agieren und auftreten, mussten wir eine große Eigeninitiative aufbringen, um die Informationen über das schon begonnene Projekt zu erhalten. Dem “Berliner Modellprojekt ROMA-Community” wurde in den Räumlichkeiten der Südost Europa Kultur e.V. das Projekt “BIO KNOBLAUCH ROMANES” präsentiert und danach gab es keine Reaktionen in der Öffentlichkeit. Der Verein Südost Europa e.V. realisiert viele Projekte für Roma und wird dafür von dem Berliner Senat sehr gut finanziell gefördert. Gemeinsam mit Marika Schmiedt, Aktivistin, Filmemacherin und bildende Künstlerin, wollen wir dazu aufrufen, dieses Projekt und die damit verbundene institutionelle und strukturelle Gewalt gegenüber Roma zu stoppen.

Mit freundlichen Grüßen

Der Paria
Georgel Caldararu, Filiz Demirova

PROTEST LETTER AGAINST ORGANIC GARLIC ROMANES

Dear initiators, project partners and supporters of the project “Organic Garlic Romanes”,

you are perpetrating institutional and structural violence against Roma with your so-called Roma Integration showcase project.
The concept “ORGANIC GARLIC ROMANES a sustainable eco-social future project for Roma in Europe”, which was developed by the Austrian association “European Neighbours”, is based on racial-anthropological ascriptions and supports colonial politics. The idea was developed by Bernd Spiegl from the Graz-based association for the support of the disadvantaged in Europe, “European Neighbours”, and not by Roma themselves. Their demands and different perspectives are thus missing in the concept. It shares central conceptual aspects with contemporary forms of slavery and forced labour.

Apart from that, it is a restraint in the labour policy of the EU and at the same time a discriminatory practice, as it is apparent that a certain group of humans is purposefully excluded and discriminated against. Furthermore, we hold that if the aim is to create employment for Roma in their “homeland”, the freedom of movement of Roma and the right to live where we want is restricted.

“We want to promote this idea because it is about letting words become actions. With Organic Garlic Romanes we support the creation of working places for Roma in their homelands as well as their willingness and ability to work. To cultivate garlic is a meaningful occupation – in comparison to the disgraceful act of begging!” as Dr. Christian Buchmann (member of the provincial government of Styria) said.

Currently, Roma are the target of Nazi marches and victims of pogroms, amongst others. Especially considering this, the attitudes and statements of the initiators, project partners and supporters of the project “Organic Garlic Romanes” seem very unreflected to us. This means that coming to terms with the history of Roma and Sinti is missing and that racist knowledge about us (the myths about Roma’s way of life) should not be reproduced.

You shamelessly exploit the current condition and situation of us Roma and misuse your power to instrumentalise us for your very little thought-out project. The subsidy amount of 109.000 Euro is misused by the handlers of the project, while a sufficient expertise and experiences in the sector of cooperation with Roma are not considered necessary; neither does the project provide the necessary know-how of implantation, care and marketing of the organic garlic in Europe.

The partner of the project Sissi Potzinger, municipal council of the Austrian People’s Party (ÖVP) of Graz, is allowed to publicly speak about “family work” and reproduce racist clichés about Roma children based on her “knowledge” about Roma – which she obtained from famous operettas – without any repercussions. We ask ourselves how it can be possible that a politician and project partner of the Roma Integration “showcase project” can freely propagate her pseudoscientific race theories about Roma in the 21st century in public. We are also shocked that this project was initiated with the chairman of the culture club of Austrian Roma, Professor Rudolf Sarközi.

“We want to help the people”, Sarközi said.

But we hold that the cultivation of garlic is not a satisfactory future prospect for young Roma. Why are we deprived of the right and the motivation, for example, to study?

In Berlin, Neukölln, students are “currently taught in special learning groups for children without knowledge of the German language at the Hermann-von-Helmholtz-School, the Walter-Gropius-School and the school at Zwickauer Damm.
Many of them did not gain sufficient previous knowledge and language skills in their home countries in order to graduate from school in Germany. Thus, an early alternative development of job-related future prospects is necessary.”

It is scandalous that there is no awareness, responsibility and sensitivity and no support for Roma adolescents. The statements of “European Neighbours”, their project partners and supporters make unmistakably clear that they have neither developed an understanding nor had the intention to support and act in solidarity. According to Stefan Benedik und Barbara Tiefenbacher (Zeitgeschichte-Institute, University of Graz) this project fuels colonial politics. These very politics are based on racial-anthropological ascriptions. Therefore, the intellectual foundation of the project’s concept constructs “Gypsies” as less intelligent than white Europeans and genetically inferior to them. On the basis of this, the project’s concept advertises the apprenticeship program to be reasonable for Roma, also in terms of “mental ability”.

Apart from that, even the name “Organic Garlic Romanes” is to be read as a revival of the “Zigeunerschnitzel” (“Gypsy cutlet”). (Colette M. Schmidt/DER STANDARD-print, 28.12.2011) We see this naming as a racist continuity/tradition by the white European colonial traders.

“Speaking from a post-colonial perspective, colonialism must never be seen as a finished period of time, which is, however, constituted as such in German-white understanding of history. Colonialism is moreover related to a persistent social-psychological set of practices to define people by worthiness according to arbitrarily chosen/constructed biological and cultural characteristics. Therefore, a few whites are put superior to many “Others”.” (EDEWA brochure, p. 56)

The concept reproduces racist stereotypes/clichés and the incorporation of colonial politics is a persistent continuity. We harshly criticize the fact that Roma representatives, who hold a position of power, like above-mentioned Prof. Sarközi but also Dr. Dipl. Ing. Jan Hero (of the “Erio” European Roma Information Office), have allowed themselves to be instrumentalised for such an exploitative and discriminatory project. Along with Graz (Austria), other international cities take part in this European pilot project: Berlin (Germany), Pecs (Hungary), Banska Bystrica (Slovakia), Koprivnica (Croatia) and Moldova Noua (Rumania).

Likewise shocking to us is the establishment and realisation of the project in Berlin, Neukölln. Even though we live in Berlin, and both actively and ambitiously work to promote rights for Roma and fight against anti-Romaism, we had to make an immense effort to get any information about the already launched project. Ever since the project “ORGANIC GARLIC ROMANES” was presented once to the “Berliner Modellproject ROMA-Community” in the rooms of the association Südost Europa Kultur e.V., there have been no public reactions to it. The association Südost Europa Kultur e.V. carries out many projects for Roma people and is well-funded by the Berlin Senate. Together with Marika Schmiedt, activist, filmmaker and visual artist, we call for the project and the related institutional and structural violence against Roma to be stopped.

Best Regards

Der Paria
Georgel Caldararu, Filiz Demirova

(English translation by Mike Korsonewski and Natalie Wagner)

LETTRE ARRET DES « BIO KNOBLAUCH ROMANES »

Chers initiateurs, partenaires et soutiens du projet « Bio Knoblauch Romanes » (Ail bio Romanès),

avec votre soi-disant projet phare d’intégration des Roms, vous reproduisez une violence institutionnelle et structurelle contre les Roms. Le concept «Bio Knoblauch Romanes, un projet d’avenir durable, écologique et social pour les Roms en Europe», développé par l’association autrichienne «European Neigbours» («Voisins Européens»), émane des codifications de l’anthropologie des races et promeut une politique coloniale. Cette idée a été développée par Bernd Spiegl, de l’association basée à Graz «European-Neighbours» pour le soutien des défavorisé-es en Europe, et non par des Roms eux-mêmes.
Leurs revendications et leurs différentes perspectives manquent de ce fait au concept qui se rapproche fortement du servage et du travail forcé.

En outre, il s’agit d’une limitation de la politique européenne concernant le travail, et également d’une pratique discriminatoire, car de toute évidence ce projet vise un groupe d’êtres humains spécifique qu’il discrimine et exclut. Par ailleurs, nous pensons que si le but est poursuivi de trouver des places de travail pour les Roms dans leur pays d’origine, le droit à la liberté de mouvement des Roms et le droit de vivre là où nous voulons sera restreint.

«Nous voulons promouvoir cette idée, car il s’agit de faire suivre les mots par des actes. Avec «Knoblauch Romanes», nous soutenons la création d’emplois pour les Roms dans leurs pays d’origine ainsi que leur volonté et leur aptitude au travail. Cultiver de l’ail est une activité porteuse de sens – en comparaison avec la mendicité indigne!», selon le Docteur Christian Buchmann (membre du gouvernement du land Steiermark).

Actuellement, les Roms sont entre autres la cible de rassemblements nazis et victimes de pogromes. C’est précisément au regard de cela que les attitudes et les déclarations des initiateurs, partenaires et soutiens du projet «Bio Knoblauch Romanes» nous paraissent particulièrement irréfléchies, c’est-à-dire qu’un travail de mémoire sur l’histoire des Roms et Sintis manque et que le savoir raciste sur nous (les mythes sur les modes de vie des Roms) ne devrait pas être reproduit.

Vous exploitez sans vergogne les circonstances et la situation actuelles que nous vivons, nous les Roms, et vous abusez de votre pouvoir pour nous instrumentaliser à travers votre projet si peu réfléchi. L’aide d’un montant de 109.000 euros sera gaspillée par les meneurs du projet, sans que suffisamment d’expertises et d’expériences dans le domaine de la coopération avec les Roms soient considérées comme essentielles, et accessoirement sans le nécessaire savoir-faire qui va de l’implantation jusqu’au soin et à la commercialisation de l’ail bio en Europe.

La partenaire du projet Sissi Potzinger, conseillère municipale ÖVP (Parti populaire autrichien) à Graz, parle publiquement de «travail familial» et se permet de reproduire des clichés racistes inexpiés sur les enfants Roms et tirer son «savoir» sur les Roms d’opérettes célèbres.
Nous nous demandons comment il est possible qu’une femme politique et partenaire du «projet phare» d’intégration des Roms puisse au 21ème siècle propager de manière non filtrée dans l’espace public ses théories des races pseudoscientifiques sur les Roms. Nous sommes également choqué-es que ce projet ait été initié avec le président de l’association culturelle des Roms autrichiens, Professeur Rudolf Sarközi.

«Nous voulons aider les gens», déclare Sarközi.

Nous pensons cependant que la culture de l’ail n’offre pas des perspectives d’avenir suffisantes pour les jeunes Roms. Pourquoi par exemple sommes-nous privé-es du droit et de la motivation à étudier?

À Berlin, dans le quartier de Neukölln, les écoliers «sont admis en ce moment dans des groupes d’apprentissage spéciaux pour enfants sans connaissance de la langue allemande dans les écoles Hermann-von-Helmholtz, Walter-Gropius et à Zwickauer Damm. Beaucoup d’entre eux n’ont pas apporté de leur pays d’origine suffisamment d’expériences préalables et de connaissances linguistiques, pour leur permettre d’obtenir un diplôme de fin d’études régulier en Allemagne. De ce fait, il est nécessaire de développer tôt des perspectives de travail alternatives.»

Il est révoltant qu’aucune conscience, aucune responsabilité et sensibilité ainsi qu’aucun soutien n’existent pour les jeunes Roms. Les déclarations montrent combien peu de compréhension et de volonté de soutien et de solidarité existe de la part des «European-Neighbours», de leurs partenaires et de celles et ceux qui les soutiennent. Stefan Benedik et Barbara Tiefenbacher (Institut d’histoire contemporaine de l’Université de Graz) sont d’avis qu’avec ce projet une politique coloniale est encouragée.
C’est de cette politique qu’émanent les codifications de l’anthropologie des races. Ainsi, le concept du projet part du principe que les «Tziganes» (en allemand «Zigeuner_innen») seraient moins intelligents que les Européens blancs et que les «Tziganes» seraient biologiquement inférieurs. Sur cette base, le concept du projet fonde sa campagne publicitaire sur l’idée que cette formation serait encourageante pour les Roms, également dans un sens moral.

À part cela, rien que le nom «Bio Knoblauch Romanes» est à lire comme une nouvelle version de «l’escalope tzigane». (Colette M. Schmidt/DER STANDARD-Edition papier, 28.12.2011) Nous trouvons que cette dénomination s’inscrit dans la continuité et la tradition raciste des marchands européens blancs de produits coloniaux.

«Selon une perspective postcoloniale, le colonialisme ne doit pas être réduit à une époque close, même s’il est le plus souvent ainsi représenté par la compréhension historique blanche allemande. Le colonialisme est bien plus lié à une pratique sociale et psychologique permanente, qui consiste à définir les êtres humains selon leurs valeurs, à les classifier selon des critères biologiques et culturels choisis et construits arbitrairement, de manière à ce que quelques blancs soient placés au-dessus de beaucoup d’«Autres».» (Brochure EDEWA, p.56)

Le concept du projet reproduit des clichés et stéréotypes racistes et s’inscrit dans la continuité d’une politique coloniale.
Nous critiquons fortement que des représentants Roms, qui ont du pouvoir, comme c’est le cas du Professeur Sarközi déjà mentionné, mais aussi de Monsieur le Directeur ingénieur Jan Hero (de «Erio» European Roma Information Office, Bureau d’Information Européen sur les Roms), se soient laissés instrumentaliser par ce projet exploiteur et discriminatoire. Comme il s’agit d’un projet européen modèle, en dehors de Graz en Autriche y participent également à une échelle internationale les villes suivantes: Berlin (Allemagne), Pécs (Hongrie), Banska Bystrica (Slovaquie),  Koprivnica (Croatie) et Moldova Noua (Roumanie).

Nous sommes également choqué-es par la mise en place et la réalisation du projet à Berlin, Neukölln. Bien que nous vivions à Berlin et que nous y soyons actifs/actives et engagé-es dans la défense des droits des Roms et contre l’antiromisme, nous avons dû mener nous-mêmes une initiative d’ampleur afin d’obtenir des informations sur le projet déjà en route.
Le projet «Bio Knoblauch Romanes» a été présenté lors du «Berliner Modellprojekt ROMA-Community» (Projet modèle de Berlin Comunauté-Roms) dans les locaux de l’association «Südost Europa Kultur e.V.» (association culturelle du l’Europe du Sud-est) et il n’y a eu par la suite aucune réaction publique. L’association «Südost Europa e.V.» réalise beaucoup de projets pour les Roms et est soutenue financièrement pour cela par le Sénat de Berlin de manière importante.
Avec l’activiste, cinéaste et artiste Marika Schmiedt, nous appelons à l’arrêt de ce projet et de la violence institutionnelle et structurelle contre les Roms qui lui est associée.

Veuillez agréer nos salutations distinguées

Der Paria
Georgel Caldararu et Filiz Demirova

(Traduction par Leila Saadna)

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