8. März

TAG DER ABSCHIEBUNG, TAG DER ANGST, TAG DES KNASTES

IMG_1766

Sie ist von sich selbst verschlungen
in Einsamkeit
wie ein leerer Raum.
Es begann zu regnen
die Kälte drang in ihre Haut.
Sie läuft achtlos
wie ein blutiger Delphin.
Die Erde ertrinkt
Sie spürt die Qual
und sieht ihren Sohn auf der anderen Seite.
Jemand hat ihm die Flügel abgeschnitten.
Er ist jetzt ein krimineller.

Ich schließe meine Augen und ich sehe ihn hinter den Mauern eingesperrt. Alles hängt ab von einem Papier dass mir die Erlaubnis gibt ihn zu besuchen und zu sprechen. Es sind Kilometer, Mauern und Gitter die uns trennen, aber ich denke, dass ein Teil auch von mir dort drinnen ist. Jedesmal wenn ich weiß dass ich dorthin gehe, bekomme ich Angst dass etwas passieren wird und sie mich nicht zu ihm lassen wollen. Sie haben über alles die Gewalt.

Du musst dich nach den Vorschriften verhalten, wenn du es nicht tust, wirst du bestraft. In dem Moment sobald du zur Anmeldestation kommst, werden als erstes dein Besucherschein und Pass kontrolliert und sie mustern dich. Nur weil du angeblich einen Verbrecher als Sohn oder Bruder hast!

Das Leben besteht aus warten und hoffen das wir uns wieder sehen und Kraft geben können. Wir halten unsere Tränen zurück, weil wir stark sein müssen. Unser Motto ist „Halt mal dich fest“. Wir alle sind im Knast. Manchmal kommunizieren wir durch Briefe oder selten durch Telefonate.

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