Offener Brief an Rudolf Sarközi

Sehr geehrter Herr Sarközi,

hiermit möchten wir Sie über unsere Empörung bezüglich Ihrer Positionierung gegen die Kunst von Marika Schmiedt in Kenntnis setzen. Wir sind aufgebracht, dass Sie sich gegen Werke, die auf die gegenwärtige Verfolgung und Unterdrückung von Roma in Europa aufmerksam machen, positionieren und damit die Hetzkampagne und die Kriminalisierung von Widerstand legitimieren.
Ihren eigenen Angaben nach empfinden Sie die Kunst von Marika Schmiedt als gegen die Roma-Minderheit gerichtet und finden die Äußerungen der ungarischen Nationalisten gerechtfertigt und begründet: “Ja, das stimmt. Ich kritisiere diese Ausstellung und habe das dem (ungarischen) Botschafter auch so gesagt”. Was Sie noch nicht erwähnt haben ist, warum Sie diese Meinung teilen.

Als Vertreter der Roma-Organisationen aus Österreich, zu dem Sie sich selbst ernannt haben, müssten Sie wissen, dass viele Menschen von Ihren öffentlichen Äußerungen betroffen sind. Das heißt, Sie sprechen nicht nur für sich und Ihre eigene Familie, sondern für alle Roma aus Österreich und, in diesem Fall, auch für alle Roma aus Ungarn. Haben Sie sich über die Situation der Roma in Ungarn tatsächlich informieren lassen?

Durch Ihre Haltung gehen Sie eine Komplizenschaft mit den ungarischen Nationalisten ein, die Roma angreifen, und Sie lassen zu, dass Positionen von Roma zensiert und ihre Arbeit skandalisiert wird. Marika Schmiedt kritisiert gemeinsam mit unserer Initiative Der Paria, dass Sie das rassistische Projekt „Bio-Knoblauch Romanes“ mitinitiiert haben. Dem Anschein nach haben Sie mehr Interesse an der Umsetzung eines Projekts, das Roma zur Arbeit auf Plantagen zwingt, ihnen das Recht auf Selbstbestimmung verwehrt und keine Kritiken darüber zulässt, als an selbstbestimmten Kunst- und Aktionsformen wie von Marika Schmiedt.

Auf dieser Grundlage treten Sie auf derselben Seite wie die ungarischen Nationalisten auf und ent-solidarisieren sich ein weiteres Mal von Marika Schmiedt. Unserer Meinung nach verursacht Ihre Roma-Vertretung sehr großen Schaden und verschlimmert die Situation. Des Weiteren gibt es bis jetzt von Ihnen keine öffentlichen Statements bezüglich der bedrohlichen Situation für Roma in Ungarn.
Als Zsolt Bayer Anfang 2013 öffentlich sagte, ‘Diese Zigeuner sind Tiere und benehmen sich wie Tiere’, waren damit alle Roma gemeint, das heißt, dass Sie auch davon betroffen waren. Deswegen ist es für uns unverständlich, wenn Sie solche öffentlichen Beleidigungen komplett ignorieren, aber die Kunst von Marika Schmiedt verurteilen, ohne Ihre Kritik zu begründen. Als die Neo-Nazis in den ungarischen Dörfern Hassmobs gegen Roma organisiert haben, wie in Gyöngyöspata 2011 der Fall war, wurden Sie als Roma-Vertreter ebenfalls nicht aktiv. Warum beziehen Sie gegen kritische Roma-Positionierungen Stellung und nicht gegen ungarische Nationalisten, wenn diese antiromaistische Deklarationen veröffentlichen und Aktionen leiten?

Wir sind der Meinung, dass Sie nicht das Interesse der Roma-Minderheit vertreten, sondern Ihre eigenen Interessen. Deshalb erkennen wir Sie nicht als Roma-Vertreter an und werden alle Roma-Organisationen, europa- und weltweit, über Ihre Position informieren.

Mit besten Grüßen
Der Paria
Georgel Caldararu, Filiz Demirova

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7 thoughts on “Offener Brief an Rudolf Sarközi

  1. Wer ist dieser vereter Sarkösi ,Solche verkaufte selen in der Roma volksgruppe leider gibts viele des wegen ist auch unsere situation überal in Europa so schlecht weil neben den Rehtsradikalen und nazionalisten dieser vereter unsere volkes sind auch bedroung für uns

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  2. Es ist einfach nur ein verrat an die eigene volksgruppe, der selbsternannte romaspre cher, soll kompeten menschen solche dinge ueberlassen.pfui, eine schande.aber eineauszeichnung nach xer anderenkassierenwollen, die ihm gar nicht gebuehrt.ich hoffeer wirddafuerdiekonsequenzen tragen!!!!!!!

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  3. Am 21.11.2013 publizierte die rechte Partei in Österreich FPÖ ein Interview mit Rudolf Sarközi:
    “FPÖ-TV: Rudolf Sarközi übt Kritik an Roma-Hilfe der EU”
    http://www.hcstrache.at/fpoe-tv-rudolf-sarkoezi-uebt-kritik-an-roma-hilfe-der-eu/

    Es ist fragwürdig das sich Sarközi auf das Interview mit der FPÖ eingelassen hat,
    welche eine rassistische Haltung gegenüber Roma und weiteren Minderheiten hat und derzeit
    besonders gegen rumänische und bulgarische Roma hetzt. Des Weiteren macht Sarközi in dem Interview sehr problematische Aussagen, wie beispielsweise: “Man müsste schon in den Ursprungsländern darauf achten, dass die Europäische Union mit ihren Fördergeldern vorsichtiger umgeht und das Geld dort ankommt, wo es hingehen sollte, damit die Menschen auch in ihrer Heimat bleiben.” Solche unkritischen Bemerkungen nehmen die FPÖ PolitikerInnen als Legitimation um Forderungen auf die Einschränkung von der Bewegungsfreiheit von Roma zu stellen, bettelnde Roma zu kriminalisieren und ein härteres Vorgehen gegen die Minderheit zu fordern. (FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky: “So kann das nicht mehr weitergehen. Hier ist auch das Prinzip der Personenfreizügigkeit innerhalb der Europäischen Union massiv zu überdenken.”)

    Am 25.11.2013 strahlte Radio Kaktus die Sendung: “Sarközi im Interview bei FPÖ TV” aus, in dem die Moderatorin Gilda Horvath Sarközi auffordert eine Stellung zu dem besagtem Interview zu geben. Am Anfang der Sendung ist ein kurzes Statemen von Sarközi zu hören: http://volksgruppen.orf.at/roma/stories/2616889/

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